René Mense – Komponist


 

 

Stille Nacht (1997)
Motette für Orgel, 3'40"

  Die Orgelmotette Stille Nacht entstand für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes der Elisabethkirche Hamburg-Eidelstedt am 2. Weihnachtstag 1997 und wurde an diesem Tag von Kantor Jochen Bachmann zum ersten Mal gespielt.

  Grundlage des Stückes ist das bekannte Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht, das ich mit den technischen Mitteln einer dreistimmigen „isorhythmischen Motette“ bearbeitet habe. Die Melodik der Motette (color) geht aus von den Intervallen vom Beginn des Liedes: große Sekunde und kleine Terz, sowie als Rahmenintervall die Quarte. Auf rhythmischer Ebene habe ich die Längen dieser Noten verarbeitet: eine punktierte Achtel, eine Sechzehntel, ein Achtel und eine punktierte Viertel. Aus diesen Werten habe ich eine rhythmische Reihe (talea) komponiert, die sich in allen drei Stimmen unterschiedlich mensuriert findet und mehrfach wiederholt wird (Isorhythmie).

  Die heimelige Atmosphäre des Weihnachtsklassikers findet keinen Widerhall in meiner Adaption. Mir ging es eher darum, eine gewisse Beklommenheit aufgrund der äußeren Kälte in dem Stall bei gleichzeitiger innerer Erhitzung angesichts der Erwartung der göttlichen Offenbarung darzustellen.

  Obwohl das Stück seither in verschiedenen Konzerten erklungen ist, haben Kantoren von einer Aufführung in Gottesdiensten am heiligen Abend bisher immer abgesehen …

Notenbeispiel (PDF)

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